Hermann Fink hat einen konsequenten Weg eingeschlagen, der ihm schon längst Recht gegeben hat. Er ist keineswegs ein Unbekannter, sondern vielmehr einer, der oft und immer wieder für seine Weine ausgezeichnet wird. Und trotzdem ist die Beständigkeit das Maß aller Dinge. Das Streben geht nicht so sehr nach dem schnellen Punktesieg, der groß ausgeschlachtet wird, weil er darin die Gefahr erkennt, dass das Licht danach häufiger um so viel weniger strahlt. Jahr für Jahr guten Wein zu produzieren, wie es die Natur vorgibt und die langjährige Erfahrung zu einem runden Ganzen macht – das sieht er als seine Aufgabe. Der sympathische Weinbauer aus Großhöflein bei Eisenstadt musste sehr früh lernen, was Ausdauer und Konsequenz bedeuten. Nach einem schweren Unfall des Vaters hatte er im Alter von 12 Jahren nicht nur Arbeit sondern auch Verantwortung übernehmen und gemeinsam mit der Mutter die Landwirtschaft weiterführen.
Das prägt, macht stark und vor allem frei von Eitelkeiten. Das hat so einer wie Hermann Fink nicht nötig. Er produziert mit großer Regelmäßigkeit gute und solide Weine, weiße wie rote, und kann es sich erlauben, sie zu sehr moderaten Preisen zu verkaufen. Wo das Schicke und Grelle nicht den Ton angibt, ist ein gut geerdetes Verhältnis zwischen Preis und Leistung zu Hause. Weine zwischen 3,50 und 7,50 Euro sind die Regel. Barrique-Weine, wie der Blaufränkische vom Leithagebirge, oder Trockenbeerauslesen kosten um die zehn Euro. Auch das Verkosten läuft unprätentiös ab, im Mittelpunkt steht das Produkt, ein solider Tropfen. Unser Favorit ist der Zweigelt vom Leithagebirge 2004 Barrique in seiner großen Ausgewogenheit, in der Nase die frische Herzkirsche und im Abgang die Zwetschke.

