|
Wiener
Zeitung · Archiv
Der
Stammkundenwinzer
Hermann
Fink aus Großhöflein: Gute bis hohe
Qualitäten zu ganz moderaten Preisen.
Von
Johann Werfring
In
Großhöflein bei Eisenstadt befindet sich der Weinhof
von Hermann Fink. Wir vermeiden ganz bewusst den feudalen Terminus
„Weingut“, denn dieser würde weder zu dem
dörflich geprägten Anwesen mit seinem idyllischen
Herzstück, dem kalkgeweißten Streckhof, noch zu dem
sympathischen Nordburgenländer passen, der sich seine
gewinnende bäuerliche Wesensart ins Handy- und
Internetzeitalter herübergerettet hat.
Obwohl es nicht die
Art von Hermann Fink ist, sich
selbst in den Vordergrund zu spielen, so machen seine Weine schon seit
Jahren bei diversen in- und ausländischen
Prämierungen gehörig von sich reden. Und dennoch gilt
Fink nach wie vor als Insidertipp, denn zu einem Gutteil werden die
Weine Ab-Hof vermarktet.
Dass die Preise
ungeachtet der zahlreichen
Auszeichnungen immer noch auf unglaublich moderatem Niveau angesiedelt
sind, zeugt von einem ehrenwerten Charakter der Winzersleut’.
Vor einigen Jahren wurde Fink von den Lesern einer großen
österreichischen Tageszeitung sogar zum
„beliebtesten Winzer des Burgenlandes“
gekürt.
Das Sortenprogramm
ist bunt gemischt und reicht von
klassisch weiß, klassisch rot und Barrique über
Spätlese bis hin zu Eiswein und Trockenbeerenauslese.
Während anderswo im Sinne von Gewinnmaximierung in den letzten
15 Jahren meist eine Sortenbereinigung vorgenommen wurde, gibt es in
Finks Weingärten noch eine ganze Reihe angestammter Reben.
Spiel
von Süße und
Säure. Nicht wenige Weine sind im Bereich
unter fünf Euro angesiedelt, etwa ein süffiger
Welschriesling 2006 (2,80 Euro), ein klassisch ausgebauter Chardonnay
(3 Euro) oder der „Zweigelt Neusatz 2006“ mit
satter Kirschfrucht in der Nase (3,70 Euro). Auch die guten alten
burgenländischen Schmeckerten sind im extrem
stammkundenfreundlichen Preissegment zu finden, beispielsweise eine
ausgeprägt aromatische Muskat Ottonel Spätlese 2006
oder eine liebliche Welschriesling Spätlese 2006 (je 3,50
Euro). Um 4 Euro ist eine ausgesucht elegante Weißburgunder
Spätlese 2007 mit exotischem Bukett nach Banane und
Blütenhonig zu haben.
Zu den besonderen
Stärken Finks zählen
die höher- und hochwertigen Prädikatsweine. Wir
greifen aus dem reichhaltigen Sortiment die hervorragende 2004er
Gewürztraminer Beerenauslese heraus, mit vielschichtigen
Honigtönen in der Nase, die sich im Geschmacksbild
betörend fortsetzen (10,90 Euro). Eine wahrhaftige Kreszenz
ist die 2004er Neuburger Trockenbeerenauslese mit satten
Dörrobstnoten nach Zwetschken, reifen Datteln und Ziweben im
Bukett und einem perfekten Spiel von Süße und
Säure (16 Euro). Beide Weine sind überaus
bekömmlich. Und noch eine Besonderheit: Die
Hochqualitäten sind sogar bis in die 1990er Jahre
zurück erhältlich – und das auf einmaligem
Preisniveau!
Info: Tel.
02682/643 76
http://www.hermann-fink.at
Freitag,
04. April 2008
Das Wiener
Journal erscheint jeden Freitag als
Farbbeilage zur Wiener Zeitung.
Wiener
Zeitung
· 1040 Wien, Wiedner Gürtel 10 · Tel.
01/206 99 0 · Mail: online@wienerzeitung.at
|